Faschismustheorien

Vortrag von Mathias Wörsching, Berlin


Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, das symbolisch für den grundsätzlichen Terror des Naziregime steht. Der 27. Januar wurde daher zum weltweiten Gedenktag für die Opfer des NS.

Zum Gedenken sollte der Versuch gehören, zu verstehen, wie es zur nazistischen Terrorherrschaft kam, welche Bedingungen vorlagen und wie eine Wiederkehr verhindert werden kann. Dieser Aufgabe widmen sich die Faschismustheorien.

In der Veranstaltung werden einige Grundgedanken verschiedener Faschismustheorien vorgestellt. Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, ob diese Theorien in der heutigen Zeit nützlich sind, in der vielfach ein Wiedererstarken des Faschismus bzw. der extremen Rechten befürchtet wird.

Mathias Wörsching, Politologe und Historiker, betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und veröffentlicht 2019 ein Buch zum Thema in der Reihe theorie.org des Schmetterling-Verlags.

am Donnerstag, den
31. Januar 2019 | 19.00 Uhr
im Haus der Jugend - Tagungsraum (Erdgeschoss)
Mitternachtsgasse 8 - 55116 Mainz


Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938
10. November 2018, 11 Uhr Frauenlobplatz Mainz



Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

Am 9. November 2018 ist es 80 Jahre her, dass in Deutschland die Synagogen brannten und im damaligen Reichsgebiet Jüdinnen und Juden entweder öffentlich gedemütigt, verfolgt, verhaftet oder auf offener Straße erschlagen wurden. Auch hier in Mainz wurde am 9. November 1938 vor aller Augen Jagd auf Menschen gemacht, wurden Synagogen, jüdische Schulen, Geschäfte und Wohnungen ausgeräumt, verwüstet, niedergebrannt. In den folgenden Tagen wurden Viele in die frühen Konzentrationslager deportiert. Das war der Beginn des Massenmordes an der jüdischen Bevölkerung. [..]

Die politischen Ereignisse des Jahres 2018 sind nicht mit dem Jahr 1938 gleichzusetzen. Parallelen sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Seit einem Jahr ist nun die AfD im Bundestag vertreten und nutzt die dortige Bühne zur Verbreitung des Rassismus wie es andere, ihr verwandte Gruppierungen auf den Straßen und Plätzen tun. Auch in Mainz versucht seit Monaten eine Formation, die sich zunächst „Merkel muss weg!“ und seit kurzem „Beweg was – Mainz“ nennt, Stimmung gegen geflüchtete Menschen zu machen.[..]

Die Verfolgten des Naziregimes und die antifaschistischen Widerstandskämpfer und -kämpferinnen haben eine entscheidende politische Lehre hinterlassen: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“ Ihre Aufforderung an die nachfolgenden Generationen aus ihren Erfahrungen von Verfolgung, Konzentrationslager und ihrem Widerstand war eindeutig und unmissverständlich. Sie lautete: Wehret den Anfängen!
(Zitiert aus dem Aufruf)

am Samstag, den
10. November 2018 | 11.00 Uhr
auf dem Frauenlobplatz in Mainz


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70 Jahre Mahnmal für die Opfer des Faschismus
7. April 2018, 14 Uhr, Waldfriedhof, Mainz-Mombach



Foto Gedenkstein

Zur Geschichte des Mahnmals

Bericht mit Fotos zur Veranstaltung (Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz (LAG))

Am 21. März 1948 legte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) auf dem Mombacher Waldfriedhof den Grundstein für ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus.

In das Fundament eingemauert wurde ein Dokument, in dem es heißt: „Die VVN sieht es als ihre Ehrenpflicht an, den 11 Millionen Toten aller Nationen, die durch das Naziregime hingemordet wurden, ein bleibendes Ehrenmal auf dem Waldfriedhof Mainz-Mombach zu errichten. Aus der Bruderschaft der Nationen, die im Zuchthaus und Konzentrationslager wuchs, sollte eine neue Aera der Völkerverständigung und des Völkerfriedens entstehen.“

Das Mahnmal selbst trägt die Inschrift „Zum Gedenken an die unsterblichen Opfer des Faschismus 1933-1945“. Als Symbol für die Häftlinge in den Konzentrationslagern war ein Winkel in den Stein gemeißelt.

1962 wurde als Ausdruck revisionistischer Geschichtspolitik im Rahmen des Kalten Krieges dieser Winkel entfernt und statt dessen ein Kreuz eingemeißelt. Das Mahnmal wurde so einer wesentlichen inhaltlichen Aussage beraubt: Die Erinnerung an die politische Dimension der Verfolgung wurde auf ein Totengedenken reduziert. Nach mehrjährigen Protesten der VVN ist seit 1994 unter der Inschrift, zusätzlich zu dem eingemeißelten Kreuz, ein roter Winkel am Stein angebracht, den diejenigen an der Häftlingskleidung trugen, die sich dem Naziregime entgegengestellt hatten.

Die VVN-BdA möchte mit der Gedenkveranstaltung an die Grundsteinlegung des Mahnmals vor 70 Jahren erinnern, das in Mainz bis heute das einzige Denkmal für die Opfer des Faschismus geblieben ist. Mit der Veranstaltung wollen wir auch die Notwendigkeit betonen, sich der heutigen Rechtsentwicklung aktiv entgegenzustellen und ein Zeichen gegen die gegenwärtige Ausbreitung rassistischen und nazistischen Gedankenguts setzen.

(Zitiert aus dem Aufruf)

am Samstag, den
07. April 2018 | 14.00 Uhr
auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach


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