Was heißt hier eigentlich Verfassungsschutz?

Online Veranstaltung* mit Martina Renner (MdB, Die Linke)

Laut Selbstbeschreibung sorgt der deutsche Verfassungsschutz fĂŒr die Sicherung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und ist damit zum Schutz aller in Deutschland lebenden Menschen unerlĂ€sslich. Das Versagen dieses Inlandsnachrichtendienstes beim AufspĂŒren der neonazistischen Terrorzelle "NSU" oder der Verhinderung der rassistischen und antisemitischen AnschlĂ€ge von Halle und Hanau, sowie zahlreiche Skandale in den vergangenen Jahren lassen daran zweifeln. Trotzdem wurden die Überwachungsbefugnisse und Ressourcen der VerfassungsschutzĂ€mter in jĂŒngster Vergangenheit noch erweitert und der AfD-nahe ehemalige PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen kandidiert dieses Jahr fĂŒr die CDU fĂŒr den Deutschen Bundestag.

Bei unserer Online-Veranstaltung mit Martina Renner (MdB, Die LINKE) wollen wir die Geschichte, Handlungsgrundlagen und aktuelle Praxis des Verfassungsschutzes unter die Lupe nehmen. Grundlage hierfĂŒr bietet der Sammelband "Was heißt hier eigentlich Verfassungsschutz? Ein Geheimdienst und seine Praxis." (2020. Herausgegeben von Cornelia Kerth, Martin Kutscha; Papyrossa Verlags GmbH +).
Aus der Buchbeschreibung:
"Sind es wirklich nur 'Pannen', wenn dieser so wenig zur AufklĂ€rung der Neonaziszene in Deutschland beitrĂ€gt? Welche Aufgaben weisen Grundgesetz und Fachgesetze den Geheimdiensten eigentlich zu? Wie sind die Vertuschung und Blockade bei der Aufdeckung terroristischer Netzwerke z.B. im NSU-Prozess zu erklĂ€ren? Werden die parlamentarischen Kontrollgremien ihrer Aufgabe gerecht oder dienen sie lediglich als Feigenblatt fĂŒr fragwĂŒrdige AktivitĂ€ten? Welche Alternativen gibt es, um die demokratische Verfassungsordnung wirksam zu schĂŒtzen?"

Online-Veranstaltung am Dienstag, den
25. Mai 2021 | 19.00 Uhr
Um sich anzumelden reicht eine kurze Mail an vvn-bda-mainz@gmx.de Des Weiteren wird es einen live-stream auf YouTube geben. Der Link wird vor der Veranstaltung ĂŒber unsere KanĂ€le bekanntgegeben.

Twitter: https://twitter.com/VVNMainz
Facebook: https://www.facebook.com/VVNBdAMainzBingen
Homepage: http://mainz.vvn-bda.de/

 

Es ist vollbracht – Antifaschismus ist und bleibt gemeinnĂŒtzig!

Starkes Zeichen gegen die Wertung des bayerischen Verfassungsschutzes!

Seit dem 27. April 2021 sind wir wieder vollstĂ€ndig gemeinnĂŒtzig, auch fĂŒr die Jahre 2016-2018. In einem Schreiben des Finanzamtes Berlin wird bestĂ€tigt, dass der Bescheid von 2019, mit dem uns die GemeinnĂŒtzigkeit entzogen wurde, aufgehoben ist. Wir mĂŒssen also keine Steuernachzahlungen zahlen und sind "ab sofort wieder berechtigt, fĂŒr MitgliedsbeitrĂ€ge und Spenden ZuwendungsbestĂ€tigungen (
) auszustellen.“.

Wir sind erleichtert und froh, dass das Finanzamt und die Berliner Finanzverwaltung nach eineinhalbjĂ€hrigem Verfahren die Wertung des bayerischen Inlandsgeheimdienstes, wir seien „extremistisch“ als widerlegt betrachten.

Dazu haben wir mehrere Stellungnahmen und wesentliche Dokumente zu den Grundlagen unserer Arbeit vorgelegt, die unser SelbstverstĂ€ndnis als partei- und spektrenĂŒbergreifende Organisation, in der es – von Christ*innen, Sozialdemokrat*innen und GrĂŒnen ĂŒber Linke und DKP zu parteilosen Mitgliedern aus unterschiedlichen ZusammenhĂ€ngen – unterschiedliche ZugĂ€nge zum Antifaschismus gibt, darlegen.

Außerdem haben sowohl die beiden Vorsitzenden unserer inzwischen 8.000 Mitglieder zĂ€hlenden Vereinigung, Cornelia Kerth und Axel Holz, als auch die EhrenprĂ€sidentin Esther Bejarano eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass es nach ihrer Kenntnis keine

„von der Vereinigung oder einer verantwortlich fĂŒr sie handelnden Persönlichkeit“ ausgehende ErklĂ€rung darĂŒber gebe, „dass sie ,alle nicht-marxistischen Systeme – also auch die parlamentarische Demokratie – als potentiell faschistisch, zumindest aber als eine Vorstufe zum Faschismus betrachtet, die es zu bekĂ€mpfen gilt‘.“– wie es das bayerische Landesamt fĂŒr Verfassungsschutz behauptete.

Weiter wird ausgefĂŒhrt: „Die Vereinigung hat die parlamentarische Demokratie und schlechthin den Gehalt unserer Nachkriegsverfassungen auf Bundes- und LĂ€nderebene als eigenstĂ€ndigen Selbstwert (
) verteidigt und dies als eine aus dem antifaschistischen Kampf stammende grundlegende Verpflichtung behandelt, die ein gemeinsames Auftreten von kommunistischen, sozialistischen, christlichen, liberalen und sonstigen demokratischen Antifaschisten legitimiert.“

Es ist ein gutes GefĂŒhl, dass wir in der Auseinandersetzung um unsere GemeinnĂŒtzigkeit eine ĂŒberwĂ€ltigende SolidaritĂ€t erleben durften:

  • Mehr als 100 Organisationen und Initiativen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen schickten uns SolidaritĂ€tsschreiben, die meist als öffentliche ErklĂ€rungen oder Schreiben an den Berliner und/oder den Bundesfinanzminister verfasst worden sind.
  • Über 2.000 Antifaschist:innen haben diesen Angriff zum Anlass genommen, sich uns als Mitglieder anzuschließen.
  • Eine hohe Spendenbereitschaft hat dafĂŒr gesorgt, dass wir die zunĂ€chst drohende Insolvenz nicht mehr fĂŒrchten mussten und unsere Arbeit verstĂ€rken können. Allen Spender:innen sagen wir noch einmal herzlichen Dank.
  • Viele unserer Mitglieder haben sich mit ihren Kontakten und ihrem Gewicht, mit eigenen Aktionen und guten VorschlĂ€gen eingebracht so dazu beigetragen, dass unsere Petition „Die VVN-BdA muss gemeinnĂŒtzig bleiben“ von mehr als 50.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Die nun wieder erfolgte Anerkennung unserer GemeinnĂŒtzigkeit fĂŒr die Jahre 2016-2018 ist ein wichtiges Zeichen fĂŒr alle Antifaschistinnen und Antifaschisten und fĂŒr alle, die noch weiter um die Anerkennung ihrer Arbeit als gemeinnĂŒtzig kĂ€mpfen mĂŒssen.

Danke an alle, die uns in den letzten anderthalb Jahren tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt haben und somit einen Teil zu diesem Ergebnis beigetragen haben! Danke, danke, danke!

 

Offener Brief an die Stadt Mainz

Bunte Straßen, Buntes Mainz

Collage Mainzer Strassenschilder

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 08. Mai ist Tag der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime und somit fĂŒr uns Anlass, sich mit dem Erbe zu befassen, das dieses im Stadtbild hinterlassen hat. Daher fordern wir Sie auf, die dringend notwendige Umbenennung der historisch belasteten Straßennamen jetzt endlich umzusetzen.

Wir halten es fĂŒr inakzeptabel, dass Nationalsozialist*innen und Antidemokrat*innen noch heute durch DenkmĂ€ler und Straßennamen geehrt werden. Eine Expert*innenkommission konnte bereits 2012 bei 15 Straßennamen einen Zusammenhang zum Nationalsozialismus feststellen.

Zwei der vielen problematischen Beispiele sind die Hindenburgstraße und der Hindenburgplatz. Diese wurden bereits in einigen deutschen StĂ€dten wie Trier und Offenbach umbenannt. Als ReichsprĂ€sident der Weimarer Republik ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler und unterzeichnete die ErmĂ€chtigungsgesetze, die die Demokratie aushebelten und damit die Grundlage schafften fĂŒr den systematischen Massenmord an Millionen Menschen.

Die Pfitznerstraße ehrt den ehemaligen Kapellmeister Hans Erich Pfitzner. Schon lange vor der MachtĂŒbernahme der NSDAP war Pfitzner Antisemit und begeisterter UnterstĂŒtzer Adolf Hitlers. Auch nach 1945 blieb er ein unbelehrbarer Antisemit. Wir begrĂŒĂŸen die auf den Weg gebrachte Umbenennung und hoffen, dass diese nun endlich umgesetzt wird.

Die nach Werner Mölders benannte Möldersstraße erinnert an ein Mitglied der „Legion Condor“. Diese verdeckte deutsche Einheit beging im spanischen BĂŒrgerkrieg Kriegsverbrechen. Schon 1998 beschloss der Bundestag, dass Mitgliedern dieser Gruppe kein ehrendes Andenken mehr gewidmet werden soll. Trotzdem wurde die Straße bis heute immer noch nicht umbenannt.

Diese 15 Straßennamen sind ein gut sichtbarer Ausdruck eines grĂ¶ĂŸeren Problems der fehlenden Aufarbeitung der Geschichte, die zu der anhaltenden Ehrung von Nationalsozialist*innen und deren UnterstĂŒtzer*innen fĂŒhrt. Wir fordern daher eine sofortige Umbenennung aller historisch belasteten Straßen. Dabei schlagen wir vor, die Namen von Opfern rechtsextremer und rassistischer AnschlĂ€ge bei der Benennung in Betracht zu ziehen.

Zudem braucht es ein gesamtstĂ€dtisches Erinnerungskonzept, das unter wissenschaftlicher Begleitung auch die koloniale Vergangenheit von Mainzer Straßen und DenkmĂ€lern sichtbar macht. Wir fordern die Stadt Mainz auf, unsere Forderungen umzusetzen.

So kann Mainz ein klares Zeichen gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und jeglichen Formen nationalsozialistischen Gedankenguts setzen!

 

Finanzamt rudert zurĂŒck – VVN-BdA ab 2019 wieder gemeinnĂŒtzig!

Der erste Schritt ist getan: Über unsere AnwĂ€lte erreichte uns die Mitteilung des Finanzamtes fĂŒr Körperschaften I in Berlin fĂŒr das Jahr 2019: die VVN-BdA ist wieder gemeinnĂŒtzig.

Das ist ein gutes und wichtiges Signal fĂŒr den Antifaschismus in diesem Land!

Zur BegrĂŒndung teilt das Finanzamt mit, die GemeinnĂŒtzigkeit könne „nach eingehender PrĂŒfung“ gewĂ€hrt werden, da die Bundesvereinigung der VVN-BdA im Jahr 2019 im Verfassungsschutzbericht des bayerischen Geheimdienstes nicht mehr als „extremistische Organisation“ eingestuft sei. Aufgrund der geĂ€nderten Einstufung stehe der Paragraph 51 der Abgabenordnung der Anerkennung der GemeinnĂŒtzigkeit „nicht im Wege“.

Die VVN-BdA wertet das als Signal, dass die Vernunft siegen wird und wir sind jetzt zuversichtlich, bald auch eine positive Nachricht fĂŒr die Jahre 2016-18 zu erhalten.

An dieser Stelle bedanken wir uns schon einmal bei allen, die uns bei dieser schwierigen und langen Auseinandersetzung unterstĂŒtzt haben! Durch die große SolidaritĂ€t, die verstĂ€rkte Öffentlichkeit und den lauten Protest von Vielen wurde deutlich, welche Bedeutung die VVN-BdA in diesem Land bis heute innehat, und dass Antifaschismus eine breite gesellschaftliche Basis hat.

Gemeinsam sind wir stark!

 

Der Winkel ist zurĂŒck

Nach vielen Jahrzehnten hat das Mahnmal auf dem Mombacher Waldfriedhof seinen Winkel zurĂŒckerhalten!

Auf Antrag der Fraktionen der Partei Die Linke, BĂŒndnis 90 / Die GrĂŒnen und der SPD , hatte der Mainzer Stadtrat im November 2019 beschlossen, das Mahnmal fĂŒr die Opfer des Faschismus auf dem Mombacher Waldfriedhof neu zu gestalten und damit den ursprĂŒnglichen Zustand möglichst wiederherzustellen.

Zum Hintergrund:

Der Gedenkstein wurde auf Initiative der VVN Mainz errichtet und trug bei seiner feierlichen Einweihung und der Übergabe in die Obhut der Stadt im MĂ€rz 1948 neben der Inschrift „Im Gedenken an die unsterblichen Opfer des Faschismus“ einen in den roten Quarzstein eingemeißelten Winkel. Dieser Winkel, Symbol fĂŒr die farblich unterschiedliche „Markierung“ der HĂ€ftlinge in den Konzentrationslagern, wurde 1962 durch die Stadt Mainz auf Geheiß der Landesregierung durch ein christliches Kreuz ersetzt.

Die Geschichte des Mahnmals sowie die Jahrzehnte wĂ€hrenden BemĂŒhungen der VVN-BdA, die Verunstaltung des Steins wieder rĂŒckgĂ€ngig zu machen, ist hier dokumentiert.

In Folge des Stadtratsbeschlusses wurde der Bildhauer Clemens Strugalla beauftragt, nun erneut einen Roten Winkel in den Stein einzuarbeiten. Diese Arbeit ist nun getan.

Am 21. MĂ€rz 2021 konnte zum 73. Jahrestag der Grundsteinlegung (21.03.1948) das Mahnmal in einem restaurierten Zustand der Öffentlichkeit ĂŒbergeben werden.

Auf einer Stele am Weg vor dem Gedenkstein wird die Geschichte und die Bedeutung des Steins erlÀutert.

Die Mainzer VVN-BdA dankt dem Mainzer Stadtrat sowie den Organisationen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten unsere Forderung unterstĂŒtzt haben!

Das ursprĂŒnglich fĂŒr den Jahrestag der Grundsteinlegung am 21. MĂ€rz geplante gemeinsame wĂŒrdige Gedenken von OberbĂŒrgermeister Michael Ebling, Umweltdezernentin Katrin Eder und der Mainzer Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.) am sanierten Denkmal wird pandemiebedingt auf den Sommer verlegt.

siehe auch:
Artikel in der Lokalzeitung

 

Spendenaufruf

Wir haben beschlossen, das Umfeld des Mahnmals umfangreich gĂ€rtnerisch neu gestalten zu lassen und eine FriedhofsgĂ€rtnerei damit beauftragt. Wir möchten fĂŒr die Finanzierung dieser Arbeit um eine Spende auf unser Konto bitten:

VVN-BdA Mainz
Mainzer Volksbank e.G.
BIC: MVBMDE 55
IBAN: DE03 5519 0000 0314 2620 15

Spendenaufruf im pdf-Format

Vielen Dank fĂŒr Ihre/Eure UnterstĂŒtzung!

 

+++ Transparent-Aktion der VVN-BdA Mainz-Bingen und des DGB Rheinhessen-Nahe zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlages in Hanau 2020 +++

Am 19. Februar jĂ€hrt sich der rassistische Anschlag, dem in Hanau vergangenes Jahr neun Menschen zum Opfer fielen. Nach dem Anschlag erschoss der TĂ€ter außerdem seine Mutter und sich selbst.

Die Morde waren kein trauriger Einzelfall. Über 200 Menschen wurden in Deutschland seit 1990 aus rassistischen Motiven ermordet.

Zur Erinnerung an den Anschlag von Hanau im letzten Jahr wird am 17. Februar am Julius-Lehlbach-Haus in der Mainzer Kaiserstraße ein großes Transparent angebracht. Das 6 m mal 75 cm große Banner trĂ€gt die Inschrift:

"Rassismus tötet!
Wir erinnern an die Ermordeten des rassistischen Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020.
Erinnerung heißt Gerechtigkeit, AufklĂ€rung, Konsequenzen, SolidaritĂ€t!"

Der rassistische Anschlag ist auch Ergebnis einer sich immer weiter nach rechts verschiebenden Diskussion in der Öffentlichkeit, in der Konflikte zunehmend ethnisiert und ganze Bevölkerungsgruppen verunglimpft werden. Dieser Entwicklung wollen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund entgegentreten. 

Deswegen haben sich die beiden Organisationen dazu entschlossen, mit dieser Transparent-Aktion in coronatauglicher Weise an die Tat und deren Opfer zu erinnern:
Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat GĂŒrbĂŒz und Gökhan GĂŒltekin sowie Gabriele Rathjen, die Mutter des AttentĂ€ters.

Das Transparent wird heute (17.02.2020) am Mainzer Sitz des DGB, dem Julius-Lehlbach-Haus in der Kaiserstr. 26-30 angebracht und dort als öffentliches Zeichen gegen Rassimus bis zum 22.02.2021 sichtbar sein.

 

Sprechen wir ĂŒber Rassismus - Erinnern heißt verĂ€ndern!

Online-GesprÀch* mit der Initiative 19. Februar Hanau am 04. Februar, 19.00 Uhr

 

 

Unter der Überschrift Erinnerung, Gerechtigkeit, AufklĂ€rung, Konsequenzen! Erinnert die Initiative an die Opfer des Anschlags am 19. Februar vor einem Jahr:
Wir trauern und erinnern uns. An Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat GĂŒrbĂŒz und Gökhan GĂŒltekin.

Die VVN-BdA organisiert die Veranstaltung anlÀsslich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar:

Eine der wesentlichen ideologischen StĂŒtzen des deutschen Faschismus bestand in der Propaganda von „Herrenrasse“ und „minderwertigen Rassen“. Der Antisemitismus konnte offen als „Endlösung der Judenfrage“ propagiert werden und war Grundlage der fast vollstĂ€ndigen Vernichtung der EuropĂ€ischen JĂŒdinnen und Juden. Der Rassismus gegen Sinti und Roma, „slawische Untermenschen“ und alles, was nicht als „arisch“ deklariert wurde, war ebenso mörderisch.

Nach der Befreiung vom staatsterroristischen Naziregime konnten sich viele Altnazis an entscheidenden Positionen verschiedener gesellschaftlicher Bereiche etablieren. Eine allgemeine Schuldabwehr verhinderte die Auseinandersetzung mit den ideologischen StĂŒtzen des deutschen Faschismus.

So verwundert es nur auf den ersten Blick, wie schnell sich das weiterhin vorhandene antisemitische und rassistische Gedankengut wieder in rechtem Terror manifestierte. Einer der Höhepunkte war das Jahr 1980, das im Oktoberfestattentat gipfelte.

Die beredten Ziele der gutbĂŒrgerlichen ‚Freizeitterroristen‘ der ‚Deutschen Aktionsgruppen‘ waren u.a. eine Auschwitz-Ausstellung. Die Opfer waren vietnamesische Gastarbeiter in Hamburg und ein jĂŒdischer Verleger samt LebensgefĂ€hrtin. (Auch damals – wie spĂ€ter bei den Morden des NSU – wurde zunĂ€chst das Opfer verdĂ€chtigt - als Mossad-Agent. Die zweite These: Ultraortodoxe Juden bestraften ihn seine Liebesbeziehung zu einer Nicht-JĂŒdin.)

Seit 1990 fielen mehr als 200 Menschenleben rassistischen und faschistischen Morden zum Opfer.

Rassistische und antisemitische Gewalt wird zwar scheinbar einhellig verurteilt, eine Auseinandersetzung mit den Wurzeln und eine konsequente BekÀmpfung erfolgt jedoch nicht. Die oben genannten Terrorakte im Allgemeinen vergessen.

(Noch vor einigen Jahren wurde die Umbenennung einer Hamburger Straße nach den vietnamesischen Opfern abgelehnt.)

Der Anschlag im Oktober 2019 auf die Synagoge in Halle oder der Mord an 9 Menschen im Februar 2020 in Hanau sind die jĂŒngsten Ereignisse.

 

Zur Diskussion ĂŒber Strategien gegen Rassismus und Gewalt haben wir Vertreterinnen und Vertreter der „Initiative 19. Februar Hanau“ eingeladen, die sich gegen ein Vergessen der Opfer und fĂŒr einen entschiedenen Antirassismus einsetzt.

Sie schaffen RĂ€ume fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Angehörigen, aber auch fĂŒr zivilgesellschaftliches Engagement ĂŒber die erste Empörungswelle hinaus und dauerhafte AktivitĂ€ten gegen Rassimus.

Weitere Informationen zur Initiative: https://19feb-hanau.org

Wir freuen uns auf das GesprĂ€ch und ĂŒber eure Teilnahme.

Online-GesprÀch am Donnerstag, den
04. Februar 2021 | 19.00 Uhr
Wir bitten um eine Anmeldung per E-Mail oder ĂŒber unsere social-media Seiten.

Zur DurchfĂŒhrung der Veranstaltung benötigen wir vorab eine Anmeldung per E-Mail oder ĂŒber unsere social-media KanĂ€le:
https://www.facebook.com/VVNBdAMainzBingen
https://twitter.com/VVNMainz
So können wir den technischen Aufwand besser einschÀtzen und organisieren. Nach der Anmeldung bzw. kurz vor Veranstaltungsbeginn bekommt Ihr/Sie einen Link und ein Passwort. Mit diesen ist eine Anmeldung zur digitalen Plattform möglich. Alle E-Mail Adressen und Namen werden nach dem Ende der Veranstaltung wieder gelöscht.

 

9. November bis 3. Dezember: Ausstellung Trotz Alledem!

Ein PortrĂ€t des antifaschistischen Widerstandes 1933- 1945 in Mainz, Vitrine - Kunst im Allianzhaus, Große Bleiche 60-62

Die fĂŒr den Jahrestag der Reichpogromnacht am 9. November geplante Freiluft-Ausstellungseröffnung, die wir ankĂŒndigen wollten, sagen wir als PrĂ€senzveranstaltung wegen der hohen Covid-19-Infektionszahlen ab.

Die Ausstellung ist auf dem YouTube-Kanal der VVN-BdA zu sehen und zu hören: https://www.youtube.com/watch?v=6tfovb9cGsY

Hier gibt es einen Radiobeitrag zur Ausstellung des Hörfunksenders SWR2.

Und hier einen Redebeitrag des SprecherInnkreises der VVN-BdA Mainz-Bingen zur Ausstellungseröffnung.

Download: Flyer zur Ausstellung im pdf-Format

Die PortrĂ€ts und Biografien der 40 WiderstandskĂ€mpferinnen und WiderstandskĂ€mpfer aus Mainz und der Region werden aber bis zum 3. Dezember live zu sehen sein – und zwar Tag und Nacht im Freien. Sie werden – wie in einer Vitrine – hinter großen Fensterfronten im Allianzhaus nach außen prĂ€sentiert.

So können auch interessierte Schulklassen, die gemeinsamen Unterricht haben, die Ausstellung ansehen. Eine FĂŒhrung entlang der Ausstellung oder Vorstellung des Projekts durch den KĂŒnstler Thilo WeckmĂŒller und Mathias Meyers, Autor der Biografien, kann entweder online gewĂ€hrleistet werden oder auch vor Ort – unter Beachtung der Hygieneregeln. Entsprechende Anfragen können per Mail an mmmz@gmx.de gerichtet werden. Hier können ebenfalls konkrete Absprachen ĂŒber die DurchfĂŒhrung getroffen werden.

www.widerstand-portrait.de
www.die-vitrine-mainz.de

 

GEGEN RECHTE UND RASSISTISCHE STRUKTUREN IN DEN HESSISCHEN SICHERHEITSBEHÖRDEN

Demonstration
Wiesbaden 24.10.2020, 14 Uhr, Reisinger Anlagen

Aktuelles zur Corono Lage
Wegen der aktuellen Situation gibt es ein paar Dinge bei der Teilnahme an der Demonstration zu beachten:
Auf der Demo ist Maskenpflicht. Wir halten Abstand zueinander, mindestens 1,5 Meter. Und damit das Abstand halten besser klappt, haben wir die behördliche Auflage erhalten, in Blöcken mit jeweils um die 50 Personen zu laufen. Jeder Block soll von 6 Order*innen begleitet werden (an den Ecken und am Rand). Zwischen den Blöcken sollen 10 Meter Abstand gewahrt werden. Also ĂŒberlegt euch schon mal, mit welchen Gruppen ihr Blöcke bilden möchtet und wer Ordner*in sein möchte. Und bringt, wenn möglich, Armbinden fĂŒr die Order*innen mit.

Mobi-Plakat Demo WI2410

 

Demonstration am Samstag, den
24. Oktober 2020 | 14.00 Uhr
Reisinger Anlagen, Wiesbaden

Bitte denkt daran, 1,5m Abstand zu anderen Personen zu halten und tragt einen Mund-Nasenschutz.

#WI2410
https://wiesbadengegenrechts.blackblogs.org

 

Moria evakuieren! Wir haben Platz!

Werbeplakat Moria Demo



Am 19. September um 17 Uhr gehen wir, die solidarische Zivilgesellschaft, in Mainz auf die Straße und sagen laut und klar: Moria evakuieren! Wir Haben Platz!

Das GeflĂŒchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist abgebrannt, aber die Situation brennt schon lange. Zehntausende Menschen mĂŒssen seit Jahren in völlig ĂŒberfĂŒllten Lagern, in Dreck und Hoffnungslosigkeit auf den Ă€gĂ€ischen Inseln ausharren. Wir sind entsetzt, dass die EU die neueste Eskalation in Moria trotz vielfacher Warnungen hat geschehen lassen. Die unmenschlichen Bedingungen in den Lagern an den europĂ€ischen. Außengrenzen sind politisch gewollt. Wenn die Regierung nach dem Covid-19-Ausbruch alle deutschen Tourist*innen ĂŒber Nacht evakuieren konnte, kann sie das Gleiche fĂŒr alle Menschen aus Moria tun.

Demonstration am Samstag, den
19. September 2020 | 17.00 Uhr
auf dem Schillerplatz in Mainz

Bitte denkt daran, 1,5m Abstand zu anderen Personen zu halten und tragt einen Mund-Nasenschutz.

Hier der gesamte Aufruf im pdf Format:
PDF Download 19.Sept.2020 | PDF-Format | 56 kB

Logos UnterzeichnerInnen Moria Aufruf

 

Am 15.08.2020 will "Die Rechte" erneut in Ingelheim demonstrieren

Die Kleintpartei "Die Rechte" hat erneut eine Demonstration in Ingelheim angemeldet. Am Samstag, den 15.08.2020 wollen die Nazis durch Ingelheim ziehen. Die Stadt Ingelheim hat die rechte Demonstration verboten, allerdings ist davon auszugehen, dass dieses Verbot vor Gericht gekippt wird.

Bereits letztes Jahr gab es zwei Demonstrationen der "Rechten" in Ingelheim, bei denen eine kleinen Anzahl von Nazis geschĂŒtzt von Polizisten durch Ingelheim zogen. Am 20.04.2019 waren es 15 und am 17.08.2019 34 Nazis, die den mehr als 1500 Gegendemonstranten gegenĂŒber standen.

Wir rufen dazu auf, sich den Faschisten entgegen zu stellen. Treffpunkt ist am 15.08.20 um 14 Uhr vor dem Ingelheimer Bahnhof.

Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!

Update 13.08.2020
Die VerbotsverfĂŒgung, die die Stadt Ingelheim am 6. August 2020 erlassen hatte, ist nach Medienberichten gerichtlich gekippt worden. Es ist derzeit also davon auszugehen, dass Faschisten und Neonazis am 15. August 2020 in Ingelheim aufmarschieren werden.

Geplante Gegenaktionen:

  • Schon am 14. August 2020 ab 18:00 Uhr rufen IN-RAGE und das BĂŒndnis „Rheinhessen gegen Rechts“ unter der Überschrift „Demokratie stĂ€rken und Gesicht zeigen fĂŒr MenschenwĂŒrde und gegen Rassismus“ zu einer Demonstration auf dem Fridtjof-Nansen-Platz auf. Link zum Aufruf: https://www.rheinhessen-gegen-rechts.de/2020/08/10/demo-fuer-demokratie/#more-1072
  • FĂŒr Samstag, den 15. August 2020 rufen diverse antifaschistische Gruppen unter der Überschrift „Nazis blockieren“ dazu auf, vor Ort in Ingelheim ab 14:00 prĂ€sent zu sein, um Zeichen gegen den Aufmarsch zu setzen. Link zum Aufruf: https://www.facebook.com/events/380590462916317

 

Banner Block TDDZ Worms

Zum Aufruf

 

 

Straßennamen als Zeugen geschichtspolitischer Auseinandersetzung

Vortrag und Diskussion mit Gunther Heinisch

Collage Mainzer Strassenschilder

Die ein Stadtbild prĂ€genden Namen geben Auskunft darĂŒber, was politisch in Fokus steht oder gewĂŒrdigt werden soll. Nach welchen Personen Straßen benannt werden, ist oft Gegenstand kontroverser Debatten.

So entfernte Darmstadt den Namen Hindenburgs als SteigbĂŒgelhalter aus seinem Straßenregister; in Mainz sind solche Versuche bisher abgelehnt worden. Hier wird organisatorischer Aufwand gegen eine politische Aussage und Haltung abgewogen.

Dies betrifft auch Straßennamen von Personen, die in den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Medizin oder MilitĂ€r die Vernichtungspolitik des Naziregimes gebilligt oder unterstĂŒtzt haben und ohne die Auschwitz nicht möglich gewesen wĂ€re.

Stadtratsmitglied Gunther Heinisch wird einige Straßennamen aus Mainz, die teils von den Nazis, teils spĂ€ter benannt wurden, vorstellen, die HintergrĂŒnde erlĂ€utern und mit den Anwesenden diskutieren.

am Donnerstag, den
06. Februar 2020 | 19.00 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Walpodenstraße 10 - Mainz


 

Nach Entzug der GemeinnĂŒtzigkeit der VVN - Antifaschistische Arbeit stĂ€rken!

Das Finanzamt Berlin hat am 4. November 2019 der Bundesvereinigung der VVN-BdA die GemeinnĂŒtzigkeit entzogen. BegrĂŒndet wurde dies mit der Beurteilung der VVN-Landesvereinigung Bayern im bayerischen Verfassungsschutzbericht als "linksextremistisch beeinflusst". Wenn dieser Beschluss bestehen bleibt, hĂ€tte dies fatale Folgen fĂŒr die Organisation. Eine ErklĂ€rung dazu seitens der VVN-BdA findet ihr hier:
https://vvn-bda.de/antifaschismus-muss-gemeinnuetzig-bleiben-schwerer-angriff-auf-die-vvn-bda/

Um genug Druck zu entwickeln, diese skandalöse Entscheidung revidieren zu können, sind wir auf UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t angewiesen.
Dies kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen:

  1. Werdet Mitglied!
    Viele haben diesen Weg seit Bekanntwerden des Entzugs der GemeinnĂŒtzigkeit schon beschritten, doch egal wie die Entwicklung weitergeht: Antifaschismus braucht Organisation und Strukturen und muss gerade in Zeiten von erstarkendem Rechtspopulismus bis Rechtsterrorismus gestĂ€rkt werden.

    Wir bitten euch alle, ĂŒber eine Mitgliedschaft in der VVN-BdA nachzudenken und Gleichgesinnte darauf anzusprechen.

    Solltet ihr euch fĂŒr eine Mitgliedschaft entscheiden, könnt ihr hier online das Beitrittsformular ausfĂŒllen.

  2. Bezieht Stellung / unterschreibt die Online-Petition /schreibt dem Finanzsenator:
    Meldet euch als Einzelpersonen und Gruppen zu Wort und bezieht öffentlich Stellung gegen den Entzug der GemeinnĂŒtzigkeit oder unterschreibt als Einzelpersonen die Online-Petition:

    https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben

    Ihr könnt auch Briefe schreiben, um die VVN-BdA in ihrem Kampf um die GemeinnĂŒtzigkeit zu unterstĂŒtzen. Adressen und Beispiele findet ihr hier:

    https://vvn-bda.de/protestbriefe-an-den-finanzminister-den-finanzsenator-und-das-berliner-finanzamt/


Vielen Dank fĂŒr Eure UnterstĂŒtzung!

 

Veranstaltungsreihe Geschichte der Arbeiter*innenjugendbewegung

Erste Veranstaltung: Do, 14. November 19.00 Uhr DGB-Haus

AnfÀnge der Arbeiterjugendbewegungen
Referentin: Sophie ReinlaĂŸĂ¶der, Archiv der Arbeiterjugendbewegung

In diesem Vortrag wollen wir die AnfĂ€nge der Arbeiter*innenjugendbewegung bis zur Weimarer Republik beleuchten und einen Blick in unsere gemeinsame Geschichte werfen. Dabei schauen wir uns die Kinderrepubliken der Kinderfreunde-Bewegung an, sprechen ĂŒber sozialistische Erziehung und diskutieren ĂŒber die Gegenwart und Zukunft der JugendverbĂ€nde.

Mehr Infos: https://www.facebook.com/events/511002612964493/

Zweite Veranstaltung : Do, 21. November, 19.00 Uhr Haus des Erinnerns

Arbeiter*innenjugend im Naziregime: zwischen Widerstand und Anpassung
Referent: Wolfgang Uellenberg van Dawen

Innerhalb der Arbeiter*innenjugend gab es wĂ€hrend des Faschismus verschiedene Haltungen, deren Spannweite von Mitmachen ĂŒber Anpassung bis zum Widerstand reichte. In der Veranstaltung werden diese unterschiedlichen Rollen beleuchtet. Hierzu soll auch auf die Bedingungen eingegangen werden, welche die Haltung zum Faschismus beeinflusst haben.

Im Fokus stehen die unter dem Terror der Nazis zwar immer geringer werdenden, aber doch noch vorhandenen SpielrĂ€ume von Arbeiter*innenjugendlichen, die ihnen trotz der Verfolgung und fast vollstĂ€ndigen Zerschlagung der widerstĂ€ndigen Organisationen fĂŒr Entscheidungen zur VerfĂŒgung standen, sowohl individuell als auch im Rahmen unterschiedlicher Gruppen. DarĂŒber hinaus werden die Konsequenzen angesprochen, die aus diesen Entscheidungen resultierten. Auf diese Weise sollen die Handlungsmöglichkeiten dargelegt werden, die Menschen auch im Faschismus wĂ€hlten, selbst wenn sie dadurch ihr Leben aufs Spiel setzen.

Der Referent Wolfgang Uellenberg van Dawen promovierte im Fach Geschichte, ist ehemaliger Leiter des Ressorts Politik und Planung in der Ver.di Bundesverwaltung, Vorsitzender des Fördervereins des Ns Dokumentationszentrums Köln, sowie Vorsitzender des Förderkreises »Dokumentation der Arbeiterjugendbewegung«

Mehr Infos hier : https://www.facebook.com/events/2348501438732873/

Veranstalter/innen: DGB-Jugend RLP/Saar, SJD-Falken RLP, VVN-BdA Kreisvereinigung Mainz u.a.

Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

aus dem Aufruf: "Was bedeutet die Erinnerung an die Verbrechen des Naziregimes in einer Zeit, in der Antisemitismus und Rassismus immer noch und wieder gesellschaftsfÀhig ist?
In einer Zeit, in der rassistische Hetze genauso zum Alltag gehören wie die Beschimpfung von MitschĂŒlern als 'Jude' und antisemitische Stereotype nicht nur von Neonazis bemĂŒht werden?
In einer Zeit, in der sich viele jĂŒdische Menschen in Deutschland nicht mehr sicher fĂŒhlen und sich aus Angst vor Anfeindungen und Übergriffen gezwungen sehen, jĂŒdische Symbole zu verstecken?
Vor wenigen Wochen griff ein Neonazi in Halle eine Synagoge an und versuchte, möglichst viele der Menschen, die darin den jĂŒdischen Feiertag Yom Kippur begingen, zu ermorden. (...)
Dieser Terrorakt zeigt in erschreckender Weise, dass rassistische und antisemitische Hetze, die unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verbreitet werden, keine harmlosen Meinungen oder Einstellungen sind. Diese Ideologien der Ungleichheit, der Diskriminierung, Ausgrenzung und des Hasses werden zu neonazistischen Weltbildern zusammengesetzt, in denen die Vernichtung der zum Feindbild erklĂ€rten Menschen selbstverstĂ€ndlich dazugehört und zur Grundlage der eigenen (Über-) LebensfĂ€higkeit stilisiert wird. Das muss - wie bei ihren historischen Vorbildern - zwangslĂ€ufig in Gewalt und Terror seinen Ausdruck finden.
Daher betont die VVN-BdA immer wieder: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

Wir versammeln uns am Samstag, den
09. November 2019 | 11.00 Uhr
auf dem Frauenlobplatz in Mainz

Der Aufruf im pdf-Format:
PDF Download 9.Nov.2019 | PDF-Format | 1200 kB

Tag des FlĂŒchtlings

An unserem Tisch ist Platz fĂŒr alle

Seit vielen Jahren bietet der Mainzer FlĂŒchtlingsrat am Tag des FlĂŒchtlings ein FrĂŒhstĂŒck unter dem Motto: An unserem Tisch ist Platz fĂŒr alle. Ein Zeichen, dass genug KapazitĂ€ten vorhanden sind, um fĂŒr alle zu sorgen und alle gemeinsam an einen Tisch setzen zu können. Gelebte Offenheit und Integration. Kommt an unseren Tisch auf den Theaterplatz am 27.09.19 von 11-14 Uhr.
Link zur Veranstaltung bei Facebook.

Zudem werden einige Bilder des Bildbandes "FlĂŒchtling? Mensch!" von Katharina Veit (Refugee Law Clinic Mainz) und dem Fotografen Daniel Dornhöfer vor dem Theater ausgestellt. Der Bildband will GeflĂŒchteten einen Raum geben, ihr Gesicht und ihre Lebensgeschichte zu zeigen, ohne dabei alleine auf das Merkmal "FlĂŒchtling" reduziert zu werden.

Tag des FlĂŒchtlings am Freitag, den
27. September 2019 | 11.00 bis 14.00 Uhr
Gutenbergplatz – vor dem Theater in Mainz


Demo gegen AbschiebeknÀste in Mainz

Stadtansicht Rundgang


Die Demonstration ist Teil der bundesweiten Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft. Rund um das Aktionswochenende 10. / 11. / 12. Mai finden zu fast jedem Abschiebeknast bundesweit Aktionen statt.

Weitere Infos gibt es bei der Antirassistischen Gruppe Mainz

Demo gegen AbschiebeknÀste in Mainz am Samstag, den
11. Mai 2019 | 13.00 Uhr
Schillerplatz


Antifaschistischer Stadtrundgang durch Mainz

Stadtansicht Rundgang


Der Nationalsozialismus, das sind das ReichsparteitagsgelĂ€nde, die Wolfsschanze und der 2. Weltkrieg. Der Nationalsozialismus, das sind Hitler, Himmler und Goebbels. Orte, Personen und Ereignisse, die durch Fernsehen und GeschichtsbĂŒcher fast schon einen mythischen Status erlangt haben. Orte, Personen und Ereignisse, die im gesellschaftlichen Bewusstsein fast wirken, wie Relikte aus einer lĂ€ngst vergessenen Zeit, die höchstens noch fĂŒr abendliche LĂŒckenfĂŒller auf privaten Fernsehsendern taugen, aber dem Anschein nach mit unserem heutigen Leben nichts mehr zu haben.

Nicht nur der aktuelle Rechtsruck beweist das Gegenteil. Diese, immer noch in jedem Teil unserer Gesellschaft prĂ€sente Zeit und ihre millionenfachen Morde fanden auch vor und hinter unseren HaustĂŒren statt, sie wurden hier vor Ort mitorganisiert, legitimiert und wegignoriert. Und das nicht von ĂŒberzeichneten, uniformierten "Bösewichten", die auf einmal die Macht in Deutschland ĂŒbernommenen haben. TĂ€ter*innen und Opfer waren auch "ganz normalen Menschen", teils sogar Nachbar*innen. Wir möchten diesen Rundgang den Geschehnissen zwischen 1933 bis 1945 in Mainz widmen, uns damit beschĂ€ftigen, welche Akteur*innen, PlĂ€tze und HĂ€user hierbei eine Rollen spielten und einen kritischen Blick auf die Erinnerungspolitik der Stadt werfen.

Mit Sicherheit lĂ€sst sich mit einen Rundgang ein solch riesiger Themenkomplex nur anreißen. Desto mehr möchten wir an verschiedenen Orten und ihrer konkreten Geschichte einen Einstieg in dieses Kapitel unserer Stadtgeschichte vermitteln, damit einer angemessenen Erinnerungspolitik ein wenig Raum bieten und dazu anregen, auch fĂŒr heute Konsequenzen zu ziehen und wachsam zu sein bzw. zu bleiben. Nie wieder Faschismus!

Antifaschistischer Stadrundgang am Montag, den
06. Mai 2019 | 17.30 Uhr
Treffpunkt: Schillerplatz (am Fastnachtsbrunnen)


Faschismustheorien

Vortrag von Mathias Wörsching, Berlin


Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, das symbolisch fĂŒr den grundsĂ€tzlichen Terror des Naziregime steht. Der 27. Januar wurde daher zum weltweiten Gedenktag fĂŒr die Opfer des NS.

Zum Gedenken sollte der Versuch gehören, zu verstehen, wie es zur nazistischen Terrorherrschaft kam, welche Bedingungen vorlagen und wie eine Wiederkehr verhindert werden kann. Dieser Aufgabe widmen sich die Faschismustheorien.

In der Veranstaltung werden einige Grundgedanken verschiedener Faschismustheorien vorgestellt. Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, ob diese Theorien in der heutigen Zeit nĂŒtzlich sind, in der vielfach ein Wiedererstarken des Faschismus bzw. der extremen Rechten befĂŒrchtet wird.

Mathias Wörsching, Politologe und Historiker, betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und veröffentlicht 2019 ein Buch zum Thema in der Reihe theorie.org des Schmetterling-Verlags.

am Donnerstag, den
31. Januar 2019 | 19.00 Uhr
im Haus der Jugend - Tagungsraum (Erdgeschoss)
Mitternachtsgasse 8 - 55116 Mainz


Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938
10. November 2018, 11 Uhr Frauenlobplatz Mainz



Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

Am 9. November 2018 ist es 80 Jahre her, dass in Deutschland die Synagogen brannten und im damaligen Reichsgebiet JĂŒdinnen und Juden entweder öffentlich gedemĂŒtigt, verfolgt, verhaftet oder auf offener Straße erschlagen wurden. Auch hier in Mainz wurde am 9. November 1938 vor aller Augen Jagd auf Menschen gemacht, wurden Synagogen, jĂŒdische Schulen, GeschĂ€fte und Wohnungen ausgerĂ€umt, verwĂŒstet, niedergebrannt. In den folgenden Tagen wurden Viele in die frĂŒhen Konzentrationslager deportiert. Das war der Beginn des Massenmordes an der jĂŒdischen Bevölkerung. [..]

Die politischen Ereignisse des Jahres 2018 sind nicht mit dem Jahr 1938 gleichzusetzen. Parallelen sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Seit einem Jahr ist nun die AfD im Bundestag vertreten und nutzt die dortige BĂŒhne zur Verbreitung des Rassismus wie es andere, ihr verwandte Gruppierungen auf den Straßen und PlĂ€tzen tun. Auch in Mainz versucht seit Monaten eine Formation, die sich zunĂ€chst „Merkel muss weg!“ und seit kurzem „Beweg was – Mainz“ nennt, Stimmung gegen geflĂŒchtete Menschen zu machen.[..]

Die Verfolgten des Naziregimes und die antifaschistischen WiderstandskĂ€mpfer und -kĂ€mpferinnen haben eine entscheidende politische Lehre hinterlassen: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“ Ihre Aufforderung an die nachfolgenden Generationen aus ihren Erfahrungen von Verfolgung, Konzentrationslager und ihrem Widerstand war eindeutig und unmissverstĂ€ndlich. Sie lautete: Wehret den AnfĂ€ngen!
(Zitiert aus dem Aufruf)

am Samstag, den
10. November 2018 | 11.00 Uhr
auf dem Frauenlobplatz in Mainz


PDF Download 9.Nov.2018 | PDF-Format | 800 kB

70 Jahre Mahnmal fĂŒr die Opfer des Faschismus
7. April 2018, 14 Uhr, Waldfriedhof, Mainz-Mombach



Foto Gedenkstein

Zur Geschichte des Mahnmals

Bericht mit Fotos zur Veranstaltung (Landesarbeitsgemeinschaft der GedenkstÀtten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz (LAG))

Am 21. MĂ€rz 1948 legte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) auf dem Mombacher Waldfriedhof den Grundstein fĂŒr ein Ehrenmal fĂŒr die Opfer des Faschismus.

In das Fundament eingemauert wurde ein Dokument, in dem es heißt: „Die VVN sieht es als ihre Ehrenpflicht an, den 11 Millionen Toten aller Nationen, die durch das Naziregime hingemordet wurden, ein bleibendes Ehrenmal auf dem Waldfriedhof Mainz-Mombach zu errichten. Aus der Bruderschaft der Nationen, die im Zuchthaus und Konzentrationslager wuchs, sollte eine neue Aera der VölkerverstĂ€ndigung und des Völkerfriedens entstehen.“

Das Mahnmal selbst trĂ€gt die Inschrift „Zum Gedenken an die unsterblichen Opfer des Faschismus 1933-1945“. Als Symbol fĂŒr die HĂ€ftlinge in den Konzentrationslagern war ein Winkel in den Stein gemeißelt.

1962 wurde als Ausdruck revisionistischer Geschichtspolitik im Rahmen des Kalten Krieges dieser Winkel entfernt und statt dessen ein Kreuz eingemeißelt. Das Mahnmal wurde so einer wesentlichen inhaltlichen Aussage beraubt: Die Erinnerung an die politische Dimension der Verfolgung wurde auf ein Totengedenken reduziert. Nach mehrjĂ€hrigen Protesten der VVN ist seit 1994 unter der Inschrift, zusĂ€tzlich zu dem eingemeißelten Kreuz, ein roter Winkel am Stein angebracht, den diejenigen an der HĂ€ftlingskleidung trugen, die sich dem Naziregime entgegengestellt hatten.

Die VVN-BdA möchte mit der Gedenkveranstaltung an die Grundsteinlegung des Mahnmals vor 70 Jahren erinnern, das in Mainz bis heute das einzige Denkmal fĂŒr die Opfer des Faschismus geblieben ist. Mit der Veranstaltung wollen wir auch die Notwendigkeit betonen, sich der heutigen Rechtsentwicklung aktiv entgegenzustellen und ein Zeichen gegen die gegenwĂ€rtige Ausbreitung rassistischen und nazistischen Gedankenguts setzen.

(Zitiert aus dem Aufruf)

am Samstag, den
07. April 2018 | 14.00 Uhr
auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach


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